42 Marathons an einem Tag
Als ich mit meiner Frau Sabine und unserem Besuch Erhard Weiß am 27.10.2007 zur Marathonmesse nach Frankfurt fuhr wurde mir klar, das ist kein gewöhnlicher Marathon. Genau vor vier Jahren lief ich hier meinen ersten Marathon und dieser sollte mein 42.ster werden. Ich kann also jedem Laufkilometer einen Marathon zuordnen. Der Erste und Letzte Kilometer gehört dementsprechend zum Frankfurt-Marathon.
Auf der Messe angekommen haben wir dann Dani und Ralf getroffen. Ralf hat mich zum Marathonlaufen gebracht und war auch schon vor vier Jahren mit von der Partie. Ein richtiges Revival also.
Beim abholen meiner Startunterlagen bin ich erst mal erschrocken wegen des Preises. 72 Euro musste ich als Nachmelder zahlen. Na ja selber Schuld wenn man sich nicht rechtzeitig anmeldet.
Die Formalitäten waren sehr schnell erledigt, die Organisation war perfekt und lief ruhig und routiniert ab.
Danach wandern wir gemütlich über die Marathonmesse und decken uns mit nötigen und unnötigen Laufutensilien ein.
Wir trafen dort auf Dietmar Mücke der barfuss als Pumuckel lief, Michel Descombes alias Asterix, die Streakrunner Majon und Richard und auf der Pastparty auf Sylvia und Rainer Knabe unsere Lauffreunde aus Dormagen.
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Auf der Marathonmesse |
Für Action ist gesorgt |

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Mit Ralf, Majon und Richard vor der Anmeldung |
Pumuckel Dietmar Mücke und Asterix Michel wie immer gut drauf |

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Erhard Weiss unser zweifacher Badwaterfinisher mit Sylvia Knabe und mir. |
Nach diesem Bild ist Sylvia geschwind in die Startaufstellung verschwunden. |

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Das Maritim Hotel hat ein Banner für uns aufgehängt. Danke das finden wir gut! |
Vorm Start haben wir dann noch Klaus Duwe und seiner Frau getroffen. |

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Mit Kind und Kegel geht es auf die Strecke |
Im Hintergrung der Hammermann |
Marathontag
Der Marathontag fing erst mal mit verstecken Kosten an. Diese betrugen 9 Euro und waren der Obolus für das Parken im Reebstockparkhaus (vor vier Jahren noch umsonst). Vom Parkhaus ging es mit einem völlig überfüllten Shuttel-Bus zur Messe.
In Startbereich angekommen trafen wir auf Sylvia. Sie war schon ganz aufgeregt und wollte so schnell wie möglich in ihren Startblock. Ein kurzes Foto und weg war die liebe Sylvia. Anschließend trafen wir auf Ralf und sind dann zu dritt in die Startaufstellung getrottet. Dumm nur das Erhard und Ralf sich auch nachgemeldet hatten und niemand von uns wusste in welchen Startblock er eigentlich sollte. Tafeln mit Zeitangaben gab es keine, auf den Nachmeldenummern war natürlich auch kein farbiger-Block angegeben.
Dann der Start und nach 6 Minuten liefen wir über die Startmatte. Über 18000 Teilnehmer zogen sich nun wie ein Bandwurm durch die Stadt.
Der Erste Kilometer verging wie im Flug, die euphorischen Zuschauer und Lautsprecherdurchsagen taten ihr übriges. Erst ab Kilometer drei fing mein Gehirn an zu arbeiten. Davor bin ich im Autopilot-Modus unbeschwert an den Zuschauermassen vorbeigelaufen. Irgendwann habe ich dann angefangen die Kilometer den Marathons zuzuordnen, Kilometer drei widmete ich dem Palma de Mallorca Marathon dann kam Bad Arolsen usw.
Früher galt die Strecke immer als langweilig, auch die Stimmung an der Strecke konnte in der Vergangenheit nicht wirklich überzeugen..
Da haben die Organisatoren ganze Arbeit geleistet. Die Strecke verläuft am Anfang und am Ende länger durch die Innenstadt wo sich sehr viele Zuschauer aufhalten. Außerdem hat man die langen Geraden entschärft. Zu erwähnen sind noch die vielen verschiedenen Bands und auch einige Privatleute die mit Musik für eine rundum gelungene Veranstaltung sorgten.
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So bei Kilometer fünf oder sechs bin auf Stefan Oser aufgelaufen. Er ist ebefalls aus Büttelborn und absolvierte seinen zweiten Marathon. Wir begrüßten uns freudig und liefen einige Kilometer zusammen. Als das 15 Kilometerschild kam erinnerte ich mich an meinen fünfzehnten Marathon. Es war der New-York Marathon 2005. Dies löste eine plötzliche Gefühlswallung in mir aus. Ich erinnerte mich noch als sei es erst gestern gewesen. Dieser Kilometer war auch gleichzeitig der schnellste im gesamten Lauf. Dann folgte der langsamste Kilometer des Rennens. Dieser war dem Harrisburg Marathon gewidmet. Dort hatte ich den schlimmsten Einbruch meines Läuferlebens. Es war nicht geplant aber bei diesem km ging nichts. Da soll noch einer sagen laufen sei keine Kopfsache. Meine Erinnerungen schlugen sich in meinem Lauftempo nieder. Mal schnell mal langsam. Fast wie ein Intervall Training. |
Stefan Oser gut gelaunt bei Kilometer 7 |
Nachdem wir nun die tote Bürostadt hinter uns gelassen haben ging es durch Schwanheim über den Main Richtung Höchst wo der Frankfurt Marathon seinen Ursprung hatte.
Auf der Schwanheimer Brücke hatte ich das erste mal zu kämpfen.
Bei Kilometer 26 liefen wir eine Schleife durch Höchst. Hier war wieder mal eine tolle Stimmung am Wegesrand. Die Zuschauer machten mit allem Lärm was sie hatten.
Einer ist mir besonders aufgefallen. Dieser junge Mann ca. 60 Jahre alt wedelte mit einem Schlüsselbund durch die Luft.
Nach Höchst ging es durch Nied. Auch hier war die Stimmung fantastisch. Dann kommt der schwerste Teil der Strecke, die Mainzer Landstrasse Richtung Innenstadt. Da ist nicht viel los.
Hier gönnte ich mir mein erstes Gel und genoss in aller Ruhe mehrere Becher Cola.
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Irgendwann war die Einöde zu Ende und die Zuschauer und die gute Laune zurück. Ab Kilometer 34 war Party bis zum Zieltunnel angesagt. Ich habe mir vorgenommen den letzten Kilometer so langsam wie möglich zu laufen. Dieser war schließlich diesem heutigen Tag gewidmet. Als es dann soweit war habe ich es nicht geschafft die Geschwindigkeit zu drosseln. Im Gegenteil es wurde mein zweit schnellster Kilometer an diesem Tag, aber genossen habe ich ihn doch. Auf den letzten Metern ging es am Messeturm, am Hammermann direkt zum Höhepunkt des Tages den Zieleinlauf in der Festhalle. Grandios fällt mir da nur ein. 10000 Zuschauer, eine Lasershow, Musik, ein roter Teppich und eine Riesenleinwand machen diesen Moment unvergesslich. |
Glücklicher Finisher auf dem roten Teppich |
Im Ziel traf ich auf Ralf. Wir gingen zusammen in den Verpflegungsbereich der direkt hinter dem Ziel lag.
Dieser ließ keine Wünsche offen. Ralf und ich schaffen es nicht alles durch zu probieren. Es war einfach zu viel da. Von Kaffee über Tee und Suppe bis hin zu mehreren Biersorten und Red Bull. Das war mit das Beste was ich bisher bei Marathons gesehen hatte.
Mein 42. Marathon ist nun Geschichte.
In vier Jahren will ich hier wieder laufen. Mal sehen der wievielte Marathon es wird. Schön wäre es wenn Dani und Ralf bei diesem zweiten Revival wieder dabei wären.
Ach ja meine Zielzeit war 3:43 Stunden.
Einen Tipp muss ich noch los werden. Wenn man Freunde dabei hat, die nicht laufen, auf jeden Fall hinterher einen Treffpunkt ausmachen.
Ich musste mir ein Handy von einer sehr misstrauischen Fremden ausleihen um Dani und Sabine zu finden. Die unbekannte Fremde wendet während des Telefonates den Blick keine Sekunde von mir ab. Als ich ihr das Handi wieder zurück gab entkrampften sich ihre Gesichtszüge und ich glaube sogar ein leichtes Lächeln in ihrem Gesicht erkannt zu haben.
Alles in allem ein perfekter Tag.

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Der Verpflegungsbereich des Frankfurt Marathon |
Ralf Kölsch mit einer Handvoll Trauben |

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Dieser Läuferin wurde ein flammender Emfang beschert |
Unsere Retterin, die Frau mit dem Handy..und sie lacht doch....! |

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Der liebe Horst Preisler Weltrekordhalter mit über 1500 Marathons |
PB für Stefan, herzlichen Glückwunsch |
beusa@web.de